Wiedervereinigung aus historischer Sicht

Wiedervereinigung aus historischer und nicht propagandistischer Mediensicht.
Polit-Special für Uneingeweihte – Die Einheitspolitik der DDR vor der eigentlichen Wende 1989/90.

Ich hätte sie beinahe vergessen, die emsigen Bemühungen der DDR-Führung für den Erhalt der Einheit Deutschlands!
Anfang der 50-er Jahre unter Wortführung des damaligen Volkskammerpräsidenten der DDR – Otto Grotewohl und später von Walter Ulbricht.
Entfallen waren mir auch die Reden von Konrad Adenauer.
In ihnen sprach er sich, indem er immer wieder Bedingungen nannte, indirekt und auch direkt gegen die diversen Bemühungen zur Wiedervereinigung seitens der DDR aus.
Eine seiner Reden wurden in den DDR-Rundfunkmedien zu gewissen Anlässen regelmäßig, wiederholt ausgestrahlt!

Meine Vergesslichkeit hätte sicherlich auch noch eine ganze Weile angehalten wenn ich, am 15.04.2019, nicht den Osteuropaexperten Professor Anton Latzo in einem Interview (Video) gesehen hätte.

Das Thema:

„Deutsche Einheit war zentrale Frage der DDR-Außenpolitik“.

Ja sicher!
Diejenigen von Ihnen, die es nicht mit offenen Augen und Ohren selber mit erlebt, sich nicht mit den historischen Belegen beschäftigt haben oder stets nur der westlichen Informationspolitik vertrauten, die wissen natürlich nichts darüber!
Sie wissen nur, dass die DDR-Regierung eine Marionette der Sowjetunion, in dieser Rolle der sowjetischen Führung gegenüber hörig war und sich abkapselte!
Das trifft natürlich zu aber nichts anderes tat auch die Bundesregierung und letztlich waren beide Marionetten!
Dennoch konnte die DDR-Führung, zwar in Abstimmung mit den Warschauer Vertragsstaaten bzw. mit der sowjetischen Führung, durchaus auch frei agieren.

Das Verwischen von Tatsachen wurde in der Politik schon immer praktiziert.

Die Print- und Funkmedien wurden seit ihrem Aufkommen als Manipulations-, Propaganda- und Vertuschungsinstrumentarien genutzt.
Joseph Göbbels, seines Zeichens „Propagandaführer“ im Dritten Reich, perfektionierte sie zu einem wirksamen Propagandamittel.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden diese Mittel, der direkten und propagandistischen Einflusnahme auf die Bevölkerung, weiter ausgebaut.

Das Wissen über die Politik der DDR spielt ja heute kaum noch eine Rolle.
Von Politik und Medien wird vorrangig publiziert und emsig propagiert, dass die DDR ein „totgeborenes Kind“, praktisch ein „utopischer“ Irrläufer, geprägt von Mangelwirtschaft und Stasiunterdrückung war.
Mittlerweile hat sich diese Meinung praktisch in der Gesellschaft und besonders unter den jungen Menschen „eingebürgert“!

Kaum jemand bemerkt heute wirklich, dass die staatlichen Überwachungsmöglichkeiten, sprich die Lauscheinflüsse der Geheimdienste, die in der ehemaligen DDR bei weitem überflügelt haben.

Wird ja auch nicht so bzw. sehr selten in den Medien publiziert!
Sie sind mittlerweile länderübergreifend kombinierbar und können Dank Elektronik, Mobilfunk, Kameratechnik und Internet praktisch fast jeden unserer Schritte überwachen.
Dieses Wissen in den falschen Händen kann uns jederzeit angreifbar machen und Dank Alexa und Co. werden wir nur noch „gläserner“.

Zu gegebener Zeit könnte uns diese „Überwachung“ einmal mächtig auf die Füße fallen!

Jedoch zurück in die 50-er Jahre!

Die Politik in der Adenauer Ära zeigt deutlich wie seitens der westlichen Medien Wahrheiten verschwiegen, durch Halbwahrheiten oder gar, wie es heute heißt, Fakenews ersetzt wurden.

Es zeigt uns auch wie Tatsachen einseitig propagandistisch verklärt werden können und sollte uns Mahnung und Lehre zugleich sein, nicht alles „ungeprüft“ zu glauben was uns Bundespolitik und Medien sorgfältig ideologisch aufbereitet (Framing) vorsetzen!

Die DDR war der erste deutsche Staat der sich dem Anliegen verschrieben hatte, dass von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen wird!
Sie war ein realer Staat des Friedens!
Die Ostsee wurde als „Meer des Friedens“ deklariert und was ist sie heute?

In der DDR gab es einen Friedensrat!
Gibt es den in der Bundesrepublik Deutschland auch?

Zitat Wikipedia:

Der Friedensrat der DDR war eine gesellschaftliche Organisation in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), die statutgemäß „für den Weltfrieden, Entspannung, für friedliche Koexistenz von Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnungen, für Abrüstung, Freiheit, nationale Unabhängigkeit und für die Abschaffung von Neokolonialismus sowie Rassismus und für antiimperialistische Solidarität“ eintrat.

Das taten die DDR und natürlich dieser Rat tatsächlich, auch wenn es von westlichen Experten immer wieder kleingeredet oder zerredet wird!
Die DDR setzte sich weltweit für den Frieden ein und organisierte bzw. unterstützte in diesem Zusammenhang die „Weltfestspiele der Jugend und Studenten“, die weltweit hohen Anklang fanden und nach der Wende eingestellt werden mussten.
Die Weltfestspiele trugen maßstäblich zur Verständigung der Weltjugend bei, überbrückten kulturelle Unterschiede, schafften Freundschaften und Verständigung und waren ein direkter Beitrag für den Erhalt des Friedens.

Lassen Sie sich bitte einmal auf der Zunge zergehen wofür diese Organisation stand.
Beispielsweise für die friedliche Koexistenz von Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnungen – Heute steht das USA-Diktat dagegen.
Oder die Abschaffung von Neokolonialismus – Dafür stehen heute Rohstoffausbeutung und Produktions- oder Unternehmensverlagerung in Billigländer.
Abschaffung von Rassismus – siehe USA, Migrantenprobleme und aufkommender Antisemitismus.
Antiimperialistische Solidarität – Wurde zur imperialistischen Willkür.

Anliegen der DDR-Führung war innen- sowie außenpolitisch stets die Umsetzung des Postdamer Abkommens!

Dazu gehörte auch Deutschland als Einheit zu sehen und als Staat des Friedens aufzubauen!
Die DDR wollte keine Spaltung und setzte sich für die Entmilitarisierung ganz Deutschlands ein!

Anlässlich der Außenministerkonferenz in New York – 12.09. bis 18.09.1950 – kündigten die Außenminister der Westmächte eine neue Deutschlandpolitik an und vertraten den Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik sowie einen westdeutschen Wehrbeitrag zur Verteidigung Europas.

Nachdem die Westmächte am 19. September 1950 auf der New Yorker Dreimächtekonferenz die Remilitarisierung Westdeutschlands beschlossen hatten, trat am 22. Oktober 1950 in Prag die Außenminister der Sowjetunion, Albaniens, Bulgariens, der Tschechoslowakei, Polens, Rumäniens, Ungarns und gleichberechtigt, die der DDR zusammen.
Sie ließen über die Beschlüsse der Westmächte ihren Unmut verlauten und beriefen sich allesamt auf das Potsdamer Abkommen.

Am 15.11.1950 schlug Otto Grotewohl dem Bundeskanzler Konrad Adenauer die Bildung eines gesamtdeutschen Gremiums zur Sicherung der Einheit Deutschlands vor.
Als Termin für eine Beratungsrunde wurde der 30.11.1950 vorgeschlagen.

Quelle:“LEMO Lebendiges Museum online“:

Vorschlag Grotewohls

In einem offenen Brief schlägt DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl Bundeskanzler Adenauer am 30. November 1950 einen Gesamtdeutschen Konstituierenden Rat vor, der zu gleichen Teilen aus ost- und westdeutschen Vertreten bestehen soll.
Der Rat soll eine gesamtdeutsche Regierung vorbereiten.
In einer Regierungserklärung am 15. Januar 1951 fordert Adenauer, dass zunächst freie Wahlen stattfinden und die Ostdeutschen politische Freiheiten erhalten müssen.

Wieder die damals neue aber heute alte Forderungsleier.
Auf Anregungen wird einseitig und zumeist destruktiv mit Ablehnungen oder Forderungen reagiert.

Ähnliche Verfahrensweisen werden heute immer wieder von der US-Administrationen und auch seinen westlichen Verbündeten gegenüber anderen Staaten angewandt.
Gelernt ist eben gelernt!
Allerdings werden heute wirtschaftliche Aspekte unter gewissen Bedingungen davon ausgeklammert.
Beispielsweise Waffenlieferungen an die Saudis, Exportbeziehungen und ähnliche Dinge.
Auf der einen Seite Du, Du zur Wahrung des offiziellen Medienanscheins und auf der anderen die Gier nach Profit.

Grundsätzlich und egal welche Gegenargumente mittlerweile dieses praktisch unablässige Engagement der DDR zerreden, sie hatte nicht die Absicht Deutschland zu teilen!

Interessant ist an dieser Stelle auch ein Ausspruch Adenauers, der besagt:„Lieber ein halbes Deutschland ganz als ein ganzes Deutschland halb!“

Dieser Aussage ist bereits zu entnehmen wie weit sich der westliche Teil Deutschlands und die westlichen Siegermächte, von den politischen und wirtschaftlichen Zielen her, vom Potsdamer Abkommen entfernt hatten.

Zudem äußerte er sich 07.01.1952 zum vereinten Deutschland:„Wir werden den deutschen Osten nicht wiederbekommen ohne ein vereinheitlichtes Europa!“

Auch der spätere Vorschlag der DDR zur Bildung einer deutschen Konföderation wurde praktisch nicht zur Kenntnis genommen.

Der folgende Artikel wurde von mir komplett übernommen weil er auch spätere Bemühungen der DDR beschreibt:

Quelle:“neues.deutschland.de, von Jürgen Hofmann, vom

Konföderation der Gegensätze?
Die deutschlandpolitischen Vorschläge der SED vor 50 Jahren

»Die völkerrechtlich gar nicht zur Kenntnis genommene DDR-Regierung hat die deutschlandpolitische Diskussion schon damals stark beeinflusst«, merkten die Autoren der fünfbändigen Geschichte der Bundesrepublik 1983 für die zweite Hälfte der 1950er Jahre an.

Solche Einsichten sind aus heutigem Blickwinkel kaum noch zu erwarten.
Mit dem Ende der deutschen Zweistaatlichkeit ist die Nötigung entfallen, dem ostdeutschen Teilstaat einen Anteil an aktiver Deutschlandpolitik zuzuerkennen.

Die Einflüsse, auf die sich die Autoren 1983 bezogen, gingen vor allem vom Plan einer deutschen Konföderation aus.
Walter Ulbricht hatte ihn am 30. Januar 1957 in seinem Referat auf der 30. Tagung des Zentralkomitees der SED offiziell unterbreitet.
Während sein erster Vorstoß in einem Artikel für das »Neue Deutschland« am 30. Dezember 1956 kaum zur Kenntnis genommen wurde, fanden die Bemerkungen auf der 30. ZK-Tagung innen- wie außenpolitisch wesentlich mehr Beachtung.

Ein paritätisch zusammengesetzter Gesamtdeutscher Rat sollte die Funktion der Regierung einer deutschen Konföderation übernehmen, ohne die Souveränität der beiden deutschen Teilstaaten aufzuheben.

Er sollte vielmehr eine Zoll- und Valuta-Union sowie Schritte für eine einheitliche Verwaltung und Währung vorbereiten.
Außerdem waren diesem Gremium Verhandlungen für gesamtdeutsche Wahlen zu einer Nationalversammlung zugedacht, deren Aufgabe die Ausarbeitung einer Verfassung und die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung gewesen wäre.

Zugleich knüpfte Ulbricht aber seinen Vorschlag an Vorbedingungen, die die Idee der Konföderation abwerten mussten.
Das Verlangen nach Überführung der Schlüsselindustrie in Volkseigentum, nach einer Boden- und Schulreform sowie Aufhebung des Betriebsverfassungsgesetzes konterkarierten den Vorschlag nach einem Staatenbund gleichberechtigter Partner.

Erst der modifizierte Vorschlag der DDR-Regierung vom 26. Juli 1957 verzichtete auf die Klassenkampf-Rhetorik.
Die deutsche Konföderation sollte »vorerst keine über den beiden deutschen Staaten stehende Staatsgewalt … schaffen und … jedes Herrschaftsverhältnis des einen über den anderen deutschen Staat ausschließen», hieß es nun.

Der Vorschlag, über eine deutsche Konföderation der fortschreitenden Spaltung entgegenzuwirken, hatte bereits eine Vorgeschichte.
Ernst Lemmer (CDU), ab 1957 Minister für gesamtdeutsche Fragen, hatte 1954 auf dem evangelischen Kirchentag in Leipzig gegenüber seinem ostdeutschen CDU-Kollegen Otto Nuschke, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten der DDR, den Gedanken eines Staatsvertrages zwischen beiden deutschen Staaten entwickelt.
Im Juni 1955 und im Oktober 1956 war der CSU-Politiker und Bundesfinanzminister Fritz Schäffer nach Berlin gekommen, um sich mit Vincenz Müller zu treffen (s. ND v. 14. 10. 2006).
Der ehemalige Generalleutnant der Wehrmacht und NDPD-Politiker Müller gehörte zu diesem Zeitpunkt der DDR-Regierung als Chef des Hauptstabes der Kasernierten Volkspolizei bzw. Stellvertretender Minister für Nationale Verteidigung an.
Schäffers und Müllers Väter kannten sich aus gemeinsamer politischer Tätigkeit während der Weimarer Republik.
In den Gesprächen bei Müller wurden Möglichkeiten eines Konföderationskonstrukts sondiert.

Diese Kontakte wurden lange Zeit bestritten, obwohl Bundeskanzler Konrad Adenauer von Schäffer zuvor informiert worden war.
Das Risiko solcher Kontakte hatten die Initiatoren selbst zu tragen.
Maßgeblich für den Zeitpunkt der Konföderationsvorschläge der SED-Führung und der DDR-Regierung waren die deutschlandpolitischen Diskussionen in der SPD und im DGB sowie die bevorstehenden Wahlen zum Deutschen Bundestag.
Die Hoffnung, damit »eine Änderung der Machtverhältnisse in Westdeutschland« zu befördern, »die mit einer Wahlniederlage Adenauers ein großes Stück näher gebracht werden könnte«, wie Horst Sindermann vor Chefredakteuren ausführte, erwies sich jedoch als Illusion.
Adenauer ging gestärkt aus der Wahl hervor.
Dennoch hielt sich noch lange die Vorstellung, man könne über gemeinsame Aktionen der Arbeiterklasse das innenpolitische Kräfteverhältnis in der Bundesrepublik verändern und »über die Konföderation die Staatsmacht in ganz Deutschland in die Hände nehmen«, wie Hermann Matern gegenüber westdeutschen Funktionären ausführte.

Außenpolitisch erwies sich vor allem die Ablehnung der Viermächte-Verantwortung für mögliche Schritte zur deutschen Einheit als wenig realistisch.
Die Konföderationsvorschläge hatten für die DDR aber auch eine innenpolitisch stabilisierende Funktion.
Die Ereignisse des Jahres 1956 und das Aufkeimen einer innerparteilichen Opposition, die auch deutschlandpolitische Vorschläge entwickelte, legten entsprechende Initiativen nahe.

Ein wesentliches Hindernis für eine deutsche Konföderation war außerdem durch den Alleinvertretungsanspruch und die Hallstein-Doktrin gelegt.
Sie erwiesen sich noch lange als Barriere für die deutsch-deutsche Verständigung.
Der Plan einer deutschen Konföderation bot der Bundesrepublik, wie Wilhelm Grewe, der damals das Adenauer-Kabinett außenpolitisch beriet, später bekannte, »keine ernsthafte Chance, die Sowjetzone allmählich zu assimilieren«.

Dennoch erneuerte die DDR den Konföderationsvorschlag immer wieder in Variationen.
Erst 1967 wurde diese Option von der politischen Agenda gestrichen.

In der Bundesrepublik wurde die Konföderationsidee in den 1980er Jahren von der Friedensbewegung erneut aufgegriffen.
In der DDR kam das Thema nach den gesellschaftlichen Erschütterungen des Jahres 1989 wieder in die öffentliche Diskussion.
Doch der Vorschlag einer Vertragsgemeinschaft mit konföderativen Strukturen von DDR-Ministerpräsident Hans Modrow hatte zu diesem Zeitpunkt nur geringe Chancen.
Die sowjetische Führung hatte sich deutschlandpolitisch bereits auf andere Lösungen ausgerichtet.
Die Bundesregierung war unter den neuen Umständen ohnehin nicht an einer Lösung der deutschen Frage interessiert, bei der die DDR als gleichberechtigter Partner fungiert.

Dieser Beitrag im Neuen Deutschland verdeutlicht noch einmal, dass die DDR unter Walter Ulbricht biz zum 26. Juli 1957 zunächst sozialistische Reformen zu Bedingung für eine Wiedervereinigung machte, schließlich aber, als Entgegenkommen, davon abrückte.
Erst 1967 wurde die Option der Konföderation aus der politischen Agenda gestrichen, also praktisch erst sechs Jahre nach dem Mauerbau!

Der Beitrag verdeutlicht zudem, dass der westliche Teil Deutschlands sich bereits für die Adenauer-Variante:“Lieber ein halbes Deutschland ganz …“ und die Konfrontation entschieden hatte.
Diese wurde aktiv und aggressiv manipulativ sowie propagandistisch über die Medien, wirtschaftlich und politisch im Zusammenwirken mit den USA und den westlichen Nato-Partnern geführt.
Der kalte Krieg war unter anderem auch eine Folge davon.

Vergleichbar mit dem aggressiven Verhalten gegenüber Russland, Nordkorea, dem Iran, Kuba, Venezuela und so weiter!
Vorrangig geht es immer wieder um eins, um Profit und Machterhaltung sowie expansiven Zielen in denen anders orientierte Staatssysteme keinen Platz haben!

NATO – North Atlantic Treaty Organization und Warschauer Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand.

Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur Nato – 05.05.1955
Beitritt der DDR zum Warschauer Pakt – 14.05.1955.

Zum Beitritt der DDR gibt es eine Vertragsklausel in der eine Wiedervereinigung Deutschlands insofern berücksichtigt wird, dass die DDR in diesem Fall von den eingegangenen Verträgen befreit wird!
Gibt es eine solche Festlegung auch im Nato-Vertrag für die Bundesrepublik Deutschland?

Noch ein paar Zahlen:

  • Gründung der BRD – 23.05.1949.
  • Gründung der DDR – 07.10.1949.
  • Währungsreform BRD – 21.06.1948.
  • Währungsreform DDR – 01.08.1964.
  • Gründung der Bundeswehr – 12.11.1955.
  • Gründung der Nationalen Volksarmee – 01.03. 1956.

Potsdamer Abkommen – Quelle: http://www.documentarchiv.de/in/1945/potsdamer-abkommen.html

Die DDR war ein Land des Friedens, dessen Politik dementsprechend ausgerichtet war!

Die Bundesrepublik Deutschland beteiligte sich indessen 54 Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation des faschistischen Deutschlands wieder am Krieg in Jugoslawien.
Ohne UNO-Mandat!!!

„Dass nie wieder Krieg von deutschem Boden ausgeht?“

Wie nah sind wir eigentlich am nächsten für Europa tödlichen Krieg?
Er wird in Europa ausgetragen werden.
Alle Zeichen von NATO und US-Administration deuten darauf hin!

Potsdamer Abkommen?
Geschichte, die sowieso kaum einer kennt und darauf ein Neues – Na dann Prost!

Waren das Schuldzuweisungen a la kalter Krieg?
Nein keinesfalls!
Ich denke nur, die Fakten sprechen für sich!

Das gegenseitige Beharren auf Prinzipien, so wie es heute zwischen Russland und federführend von den USA sowie den westlichen Verbündeten wieder geschieht, trägt keinesfalls zu einem konstruktiven Miteinander bei.
Die DDR-Führung hatte es seiner Zeit einseitig gegenüber der Bundesregierung auch vergeblich versucht.

Natürlich war der Einfluss aus der damaligen Sowjetunion auf das System der DDR nicht zu vernachlässigen, aber dennoch, die DDR-Führung machte stets konstruktive Vorschläge gegenüber den Regierungen des westlichen Teils Deutschlands.
Vorschläge, die verschwiegen oder einfach weggeredet wurden!
Hier war der Einfluss der westlichen Siegermächte, sprich besonders der, der USA, bereits so groß, dass praktisch keine „Notwendigkeit“ mehr für eine Vereinigung gesehen wurde.

Lediglich für die Propaganda bildete der Zustand des geteilten Deutschlands und besonders der, des geteilten Volkes und der problematischen Reisefreiheit, ein aktives Betätigungsfeld.
Sie diente unter anderem dazu, die Bevölkerung in der DDR zur Unzufriedenheit zu führen, Unruhe zu schüren und die DDR immer wieder an den Menschenrechtspranger zu schmieden.

Ein wirklicher Wille nach Verständigung, Reiseerleichterungen und ähnliche Dingen sowie im gleichberechtigten Umgang miteinander, waren tatsächlich zweitrangiger Natur!
Im Vordergrund stand der Kampf zwischen zwei unterschiedlichen Systemen und die Angst davor, dass das sozialistische an Einfluss und Boden gewinnen könnte.
Tendenzen dafür gab es in den 50/60-er Jahren auch in der BRD!
Am 17. August 1956 führte diese Angst zum Verbot der KPD in Westdeutschland.

Das Verbot einer Partei, die wie keine andere gegen das einstige Naziregime gekämpft hatte.
Viele Kommunisten gaben dafür ihr Leben.

Die Angst vor dem Sozialismus besteht in unserer kapitalistischen Gesellschaft bis heute.
Steht dieses System doch dem kapitalistischen antagonistisch, als sozialeres System, gegenüber!

China ist ein sozialistisches Land, das momentan darauf ausgerichtet ist seine Wirtschaft und Gesellschaft mit allen Mitteln zu stärken.
Den Klimaschutz betreffend ist dieses Land jetzt schon flexibler als die konventionellen kapitalistischen Staaten.
Warten wir ab was geschieht, wenn es seine grundlegenden Ziele erreicht hat!

Wenn ich mich nicht täusche könnte China sich zum ersten wirtschaftlich erfolgreichen sozialistischen Staat entwickeln!

Schuldzuweisungen?
Nein!
Mitschuld der Bundesrepublik Deutschland an den Jahren der Trennung und der Entwicklung in der DDR?
Ja und zwar massiv!

Zum Abschluss möchte ich noch aus dem Buch von Wolfgang Venohr, „Die roten Preußen. Vom wundersamen Aufstieg der DDR in Deutschland“ Taschenbuch – Ullstein-Sachbuch-1992 zitieren“

Wir im Westen lehnen vieles ab, was gemeinhin -preußischer Geist- genannt wird.
Ich glaube, daß die deutsche Hauptstadt eher im Südwesten liegen soll als im weiter östlich gelegenen Berlin….
Wer Berlin zur neuen Hauptstadt macht, schafft geistig ein neues Preußen.“
Konrad Adenauer am 30.11.1946

Wir sind für die Einheit Deutschlands, weil die Deutschen im Westen unsere Brüder sind und weil wir Deutschland lieben.
Weil wir wissen, daß die Wiederherstellung der Einheit Deutschlands eine unumstößliche historische Gesetzmäßigkeit ist und daß jeder zugrunde gehen wird, der sich diesem Gestz entgegenzustellen wagt.
Walter Ulbricht am 06.04.1954

Auf Seite 146 ist nachzulesen, was für eine Einstellung Adenauer zur Einheit Deutschland hatte:

1955 im Dezember verfasste der britischen Staatssekretär Sir Ivon Kirkpatrick eine Aktennotitz über ein streng vertrauliche Mitteilung des westdeutschen Botschafters.

Der westdeutsche Botschafter teilte mit, daß Adenauer nicht begeistert ist über die Haltung der Engländer zur Deutschen Einheit.

„Der entscheidende Grund dafür sei der, daß Adenauer kein Vertauen in das deutsche Volk habe.
Er sei äußerst besorgt, daß sich eine künftige deutsche Regierung, wenn er von der politischen Bühne abgetreten sei, zu Lasten Deutschlands mit Russland verständigen könnte. Folglich sei er der Meinung, daß die Integration Westdeutschlands in den Westen wichtiger sei als die Wiedervereinigung.“

Deutschland ist wieder vereinigt!
Verständigung mit dem neuen Russland?

Nothing!

Adenauers Bedenken haben eben Bestand!

 

 

 

 

1 thought on “Wiedervereinigung aus historischer Sicht

  1. Hallo Bernhard,
    ein wunderbarer Artikel; kurz und knapp zeigst Du den Wertegang der Entwicklung der beiden deutschen Staat.
    „Nur Narren und Abenteurer glauben, den Sozialismus mit Putschversuchen aufhalten zu können.“ Fürnberg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.