Quoten und Frauen – Frauenquoten

AfD-Abgeordneter Heiner Merz:
„Quoten nutzen übrigens nur unqualifizierten, dummen, faulen, hässlichen und widerwärtigen Frauen.
Die Guten, bemühten und passend qualifizierten fanden und finden ihren Weg alleine.“

(Quelle „Frankfurter Allgemeine“ vom 03.12.2018)

Er fährt fort (Zitat aus dem Artikel):
„Früher sei es verboten gewesen, Frauen allein wegen ihres Geschlechts einzustellen. Heute wird es wohl zur Pflicht.
Die Quote ist ein Mittel, irgendwelche Frauen auf Posten zu hieven – auf Kosten oft besser fachlich qualifizierter Männer.“

Dejavus – AfD auf Konfrontationskurs

So jedenfalls äußerte sich der AfD-Landtagsabgeordnete Heiner Merz zur Frauenquote!

In diesem Fall wären die gängig anzuwendenden Schlagworte diskriminierend und frauenfeindlich ja wirklich einmal angebracht gewesen!

Sie würden sofort, ihrer Bestimmung gemäß, jegliche weitere Betrachtung der Äußerungen des Herrn Merz außerhalb der gesellschaftlichen Normen ansiedeln.

Jedoch und das ist die Frage, wären sie das wirklich?
Diskriminierend oder frauenfeindlich?
So geringschätzig wie er sich geäußert hat sind sie es wohl!
Der Herr scheint ein wenig grob geschnitzt, wirklich frauenfeindlich und ein „wenig losgelöst von der Erde“ zu sein?

Bei näherer Betrachtung muss ich jedoch einschätzen, dass schon ein wenig Wahrheit in seinen Äußerungen enthalten ist.

Die offizielle Politik und gewisse gesellschaftliche Normen geben uns vor Dinge wie die „Frauenquote“ als unantastbar und sozusagen festgeschrieben zu betrachten.

Die Frauenquote ist dort, wo sie beschlossene Sache ist, umzusetzen!

Unabhängig davon ob sie an dieser Stelle wirklich voranbringt oder lediglich ein auf morschen Pfählen stehendes, hinderliches „Idealgebilde“ mit manchmal recht gravierenden nachteiligen Folgeerscheinungen ist.

Wer sie hinterfragt oder gar in Frage stellt landet ganz schnell in einer der „Abstellecken“ des „Ja das geht ja gar nicht!“ – „No Go-ismus“!
Übrigens eine Zeit lang DIE gern in Anspruch genommene Aussage bei vielen Gelegenheiten!

Kurz, ein potentieller öffentlicher Kritiker würde sofort politisch oder gesellschaftlich „anecken“!
Das wiederum könnte der Karriere schaden also wird der Mund gehalten und schön mit den Quoten mitgespielt!

Ich habe meine Teilmeinung zum Status der Frau im folgenden Artikel bereits kurz angedeutet: Jacline Mauraud sympathisch, trotzig, mutig!

Noch mehr von meiner Meinung:

Frauen sind toll, genauso wie Männer auch und beide werden in der Gesellschaft gleichberechtigt benötigt!
Wäre das nicht der Fall hätte die Evolution es bei der Autogamie (Selbstbefruchtung) belassen.

Gott, also der christliche Schöpfer, hatte allerdings ein Problem mit gleichberechtigten Frauen!
Lilith wollte wohl, nach Adams „Beschwerde“ gegenüber Gott, beim Sex immer oben liegen?
Deshalb hat er in der Schöpfungsgeschichte aus Lilith und Adam, da diese Adam gegenüber gleichberechtigt war, Adam und Eva gemacht.
Lilith hatte er schleunigst verbannt und bestraft!
Pfui Teufel aber auch!

Meines Erachtens ein Fehler, denn hätte er sie bei Adam belassen, wären diese, in der Gesellschaft etablierten, „Gleichberechtigungsstörungen“ eventuell, nein, sicherlich nicht vorhanden?

Eva war im Gegensatz zu Lilith aus Adams Rippe kreiert worden und ihm sozusagen „untertan“.
„Wollte also nicht ständig oben sitzen!“

Im kirchlichen Glauben liegt meines Erachtens, bereits ab Paulus, das Grundübel begraben!
Bei den anderen Religionen kenne ich mich leider noch nicht so aus!

Eventuell geschah es um der Partnerin von Jesus, Maria Magdalena, von einem gewissen Zeitpunkt an den Einfluss zu entziehen?
Wohl aber eher doch geboren aus der Angst der gläubigen Männer, gegenüber den Frauen, Macht aufgeben zu müssen (Patriarchat).

Frauen in der DDR

Wie ich schon mehrfach berichtet habe, ich bin in der DDR aufgewachsen.

In diesem System wurden die Frauen besonders gefördert!
Nach dem Gesetz waren sie den Männern gegenüber, anders als im westlichen Teil Deutschlands, von Anfang an (1949) gleichberechtigt.

Es gab für sie diverse, unter anderem auch in den Gewerkschaftsprogrammen verankerte, zusätzliche Rechte und Förderprogramme, wie beispielsweise:

  •  Haushaltstage (einen freien Tag pro Monat)
  • Frauenförderungsstudium unter Anerkennung der besonderen Belastungen für Frauen im Berufsleben.
  • In Schwerpunktbetrieben, kostenloser Frisörbesuch, kostenlose Arbeitskleidung, kostenlose Zuteilung von Nylonstrümpfen etc.
  • Ehrungen und große Feierlichkeiten zum Frauentag
  • Frauenruheräume für schwangere Frauen
  • Schwangerenausweise mit besonderen Rechten
  • Betriebliche Entwicklungsvereinbarungen, sprich Kaderentwicklungspläne.

Das heißt, Frauen wurden in der sozialistischen Gesellschaft gefördert und so auch auf führende Positionen vorbereitet und schließlich, wenn sie geeignet waren, auch entsprechend eingesetzt.

In der Staatengemeinschaft gab es allerdings Abstufungen.
In der Sowjetunion, der DDR, Polen, Tschechoslowakei und in Ungarn wurde es jedenfalls ähnlich gehandhabt.

Natürlich gab es auch Probleme in der Umsetzung !
So beispielsweise wenn Frauen, in von Männern dominierten Berufen, mit schweren körperlichen Tätigkeiten konfrontiert waren.
Ich habe zwar ab und zu ein Murren bei den männlichen Kollegen wahrgenommen aber dennoch wurden Arbeiten, die für die Frauen zu schwer waren, problemlos gemeinsam gemeistert.

Es gab auch naturbedingte sowie systembedingte Gegebenheiten hinsichtlich des Einsatzes von Frauen in führenden Positionen.
Zunächst einmal weil nicht alle Frauen, aus welchen Gründen auch immer, in eine höhere Position wollten oder auch konnten.
Zudem war in diesen Positionen nicht selten die Parteizugehörigkeit eine Grundbedingung weil das in der DDR für Führungspersonal eben so vorgesehen war.

Grundsätzlich aber, wenn eine Frau in der DDR etwas erreichen wollte und sich engagierte, konnte sie das auch!

Das galt natürlich gleichberechtigt auch für die Männer, die aber auch in der DDR und das auch naturbedingt, in Führungspositionen in der Mehrheit waren.
Naturbedingt eben deshalb, weil sie eben ambitionierte Männer waren und Frauen eben nicht zu X % an derartigen Position Interesse zeigten.

Genau wie bei den Frauen gab es natürlich auch bei den Männern, neben der erfolgreichen Bewältigung einer Qualifikationsmaßnahme, auch noch diverse andere Eignungskriterien.
Diese konnten im negativen Fall einer angestrebten bzw. vorgesehenen Entwicklung durchaus widersprechen, also eine vorgesehene Karriere ganz, teilweise bzw. vorübergehend korrigieren oder ganz beenden.

Dazu gehörten beispielsweise Führungsschwächen, mangelndes Organisationstalent, das Fehlen praktischer Erfahrungen, das nicht bestehen von Qualifizierungen, das nicht Erkennen von Zusammenhängen, plötzlicher anderweitiger Bedarf und vieles mehr.
Alles in allem Kriterien, die vor dem endgültigen Einsatz des vorgesehenen „Kaders“ in Betracht gezogen werden mussten.

Ich habe derartige Einsatzentscheidungen selber erlebt und auch persönlich mittragen müssen.

Als Kader wurden in der DDR Nachwuchskräfte für freiwerdende oder auch neu zu besetzende Posten jeder Art bezeichnet.
Männer und Frauen wurden gleichermaßen auf den Bildungswegen, kombiniert mit praktischen Tätigkeiten, an ihre zukünftigen Aufgaben herangeführt und bildeten somit eine Reserve für zukünftige Aufgaben und Stellenvergaben.
Dafür gab es „Kaderentwicklungspläne“, die von einer Kaderabteilung aufgestellt, kontrolliert und bearbeitet wurden

Natürlich erfolgte der Einsatz von Führungskräften sowie die Besetzung von Stellen nicht selten auch auf der Basis von „Empfehlungen“!
Grundsätzlich hatte in der DDR auch jeder die Chance Regierungsmitglied zu werden.

Die „Kaderschmiede“ dafür war die Freie Deutsche Jugend.
Einst Herr Honnecker, später Frau Honnecker sowie Herr Krenz  kamen auf diesem Weg in die Regierung.
Weitere wurden vorbereitet.

Wenn also eine junge Frau, natürlich linientreu, in der FDJ beginnend, den Ehrgeiz zeigte einmal Parteivorsitzende zu werden, dann konnte sie das auch.
Allerdings weiß ich nicht wie „Die Freunde“, gemeint ist die sowjetische Führung, das aufgenommen hätten.
Ich denke aber ab Herrn Gorbatschow wäre es unkomplizierter gewesen.

Aber zurück zu den „verdrängenden“ Einflüssen bei Stellenbesetzungen in Führungspositionen in der DDR.
Es gab sie!
Führungsposten waren natürlich auch in der DDR begehrt!
So manch einer, an der richtigen Stelle sitzender, hatte aus der Familie jemanden unterzubringen oder wollte sich auf diesem Wege einen Vorteil „erkaufen“.
Ja da hieß es eben für den vorgesehenen Kader weiter zu warten.
Habe ich auch selber erlebt!

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