Ökonomie für Dummies

Ökonomie für Dummies?

Beim Thema Ökonomie entwickelt sich in mir immer ein gewisses Gefühl von Durst und Trockenheit.

In der ehemaligen DDR griffen die Unterrichtsfächer Staatsbürgerkunde, Betriebswirtschaftslehre und die marxistisch leninistische Organisationslehre praktisch ineinander.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich auch im Unterricht eben genau diese bereits erwähnte Trockenheit verspürte.
Ökonomisch gesehen und aus der Sicht der Dozenten, handelte es sich sicherlich um hoch „interessanten“ Unterrichtsstoff!

Heute nennt sich dieses Unterrichtsfach wohl Betriebswirtschaftslehre, kurz BWL.
Viele von Ihnen werden dieses Fach ähnlich wie ich genossen haben oder noch genießen müssen.
Andere wiederum wollen Wirtschaftskaufleute oder ähnliches werden und „gieren“ praktisch nach weiteren lehrreichen Enthüllungen aus diesem Fachgebiet?

Das Wissen aus diesen Lehren richtig angewand, heute wie damals in der DDR, befähigt uns dazu wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Vorgänge besser zu verstehen und wirtschaftliche Zusammenhänge effektiv nutzen zu können.

Heute weiß ich, dass politische Entscheidungen, globaler oder nationaler Natur, zumeist auf ökonomisch wirtschaftlichen Interessen beruhen!
Nur sehr selten basieren sie wirklich auf humanen Entscheidungen, auch wenn diese sehr gerne „vorgeschoben“ werden!
Auch Kriege basieren regelmäßig auf ökonomisch strategischen Erwägungen.

Ökonomische Zwänge und Strategien können kriegsauslösend sein!

Nehmen wir die Kreuzzüge zwischen 1095 und 1099 sowie dem 13. Jahrhundert!
Sie waren von der Römisch Katholischen Kirche sanktionierte, strategisch religiöse Kriege.
Ihre wirtschaftliche Motivation wird geflissentlich verschwiegen, denn die wirklichen Gewinner waren die Kaufleute und natürlich die Römisch Katholische Kirche selber.
Der Glaube rückte praktisch in den Hintergrund!
Auch die gläubigen „Ritter“ hofften, neben dem Ablass ihrer Sünden, natürlich auf Reichtum aus ihren Raubzügen.

Ähnlich war es auch im 30-jährigen Krieg!
Schmutzig eben, wie jeder Krieg und keinesfalls vorteilhaft für das gemeine Volk!

Ich bin mittlerweile auch fest davon überzeugt, dass die Lehren von Karl Marx, niedergeschrieben im „Kapital“, richtig sind.
Sie bestätigen sich immer wieder in der wirtschaftlich sozialen Praxis des realen Kapitalismus!

Als ich noch in der DDR lebte war mir die Bedeutung dieser wissenschaftlichen Lehren noch nicht so richtig klar.
Ich denke so wie viele meiner Landsleute empfand ich sie mehr oder weniger als „lästiges Ausbildungs-Beiwerk“ innerhalb einer sozialistischen Gesellschaft.

Die gesetzmäßigen zyklischen Krisen des Kapitalismus, die sich im westlichen Teil Deutschlands und dem „kapitalistischen Ausland“ entwickelten, konnte ich anhand realer sowie auch globaler Krisenerscheinungen, zwar beobachten.
Wir hatten ja „TV-Westempfang“!
Ich konnte auch den westlichen Medien entnehmen, dass die wirtschaftliche Entwicklung sich immer mehr zu Lasten der Lohnarbeit, also der Arbeitnehmer entwickelte.
Dieser Trend begann Ende der 1960-er Jahre und verstärkte sich bis zur Wende 1989 kontinuierlich.

Dennoch, das geschah im Westen und ich stellte keine oder nur sehr selten Zusammenhänge zwischen ihnen und den marxistschen Lehren her!

Ich weiß nicht wer von Ihnen sich noch erinnert?
Das Kabinett Kohl und die deutsche Wirtschaft hatten Ende der 1980-er Jahre, also zur Wende zu, erhebliche wirtschaftliche Probleme, auch hinsichtlich der Wiederwahl der CDU/CSU und insbesondere von Kanzler Kohl.
Die Wende in der DDR kam für die damalige Bundesrepublik wie gerufen!

Dennoch war ich nicht selten vom äußeren Schein des westlichen Wohlstandes beeindruckt und eine Zeitlang, nach der Wende, gar geblendet!

Nach mittlerweile fast 30 Jahren weiß ich, dass der Kapitalismus seiner Natur nach wirklich gezwungen ist sich ständig und rasant dem technischen Fortschritt anzupassen.
Er befindet sich zum Zwecke der zwangsläufig erforderlichen Profitgenerierung in einem ständigen globalen Wettbewerb.
Was sich bei einem Verlust des Anschlusses, beispielsweise gegenüber der Entwicklung der Produktivkräfte, verherend auswirken könnte.
Dieser Wettbewerb wird rigoros und ohne Rücksicht auf Klima, Umwelt, Ressourcen, Arbeitnehmer, Wettbewerbsgegner usw. geführt.
Die Beteiligung an den Aggressionskriegen der USA und dem späteren Bereitsellen von Truppenkontigenten, für den „Wiederaufbau“ in den „befreiten“ Ländern, fällt ebenfalls in diese Kathegorie.

Priorität hat stets der eigene Profit und ganz wichtig, ein „Fuß“ muss immer in der „Tür“ bleiben!

Der Militarismus als Ausgeburt des Imperalismus!

Zitat Wikipedia:

Als Imperialismus bezeichnet man das Bestreben eines Staatswesens bzw. seiner politischen Führung, in anderen Ländern oder bei anderen Völkern wirtschaftlichen und politischen Einfluss zu erlangen, bis hin zu deren Unterwerfung und zur Eingliederung in den eigenen Machtbereich.

Derzeit zeigt sich das besonders in der Außenpolitik der USA und seiner westlichen Verbündeten.
In der die NATO so etwas wie eine aus der Zeit gefallene, aber dennoch gefährliche Rolle als „Zünglein an der Waage“ für einen Dritten Weltkrieg darstellt.

Quelle:“Willy Wimmer: Die NATO ist die globale Zündschnur zum Krieg – Was gibt es da zu feiern? – vom 04.04.2019″:

Die Altbundeskanzler Kohl und Schmidt hielten die militärische Integration in die NATO als nicht mehr zeitgemäß, weil sie die politische Dimension eines transatlantischen Vertrages in den Hintergrund treten lassen würde.
Für geradezu zwingend war für beide ehemaligen Bundeskanzler eine enge Zusammenarbeit auf allen Gebieten mit der Russischen Föderation.
Dies sollte unabdingbar die transatlantischen Strukturen einbeziehen.

Beide Kanzler sind mittlerweile Geschichte.
Die Politik der US-Administrationen, der westlichen Industrienationen und von der Bundesregierung, vertreten von Frau Merkel, war bisher keinesfalls auf Entspannung gerichtet.
Staaten, die ihren einseitig vorgegebenen Interessen trotzen, wie Russland, China, Nordkorea, Venezuela, dem Iran etc. werden geächtet und mit erpresserischen Sanktionen belegt.
Andere wiederum wie Regime in Südamerika und Afrika werden geduldet und heimlich unterstützt.
Menschenrechte stehen bei diesen nicht auf der „Prangerordnung“, wie ansonsten bei Staatsbesuchen oder öffentlicher Verlautbarungen der „Medienposaunen“.

Letztlich bleibt die Frage was mit den Menschenrechten im nahen Osten ist in denen einst die Briten, schließlich Israel, dann die US-Administrationen gemeinsam mit ihren Verbündeten, das einst bestehende Gleichgewicht zerstörten?
Der derzeitige Terror auf der Welt ist einzig und allein ihr Verschulden!

Stehen Politik und Medien dazu?
Nein, die Ursachen sind Nebensache!
Es wird lediglich immer wieder Aktionen der Islamisten angeprangert!
Fakt ist ohne den, der USA, Groß Britannien und einiger weiterer westlicher Verbündeter geschuldeten Irak-Krieg 2003, würde es den IS und die heutige Form des Terrors nicht geben.
Weiterhin ohne den zweiten Golfkrieg 1998 hätte Osama bin Laden nicht zum Terror gegenüber den Vereinigten Staaten aufgerufen!

Die Tabuisierung gewisser unangenehmer Tatsachen in unserer Gesellschaft.

Lange Zeit, nach der Wende, hatte ich Schwierigkeiten, die Worte Kapitalismus, Sozialismus, Monopolkapitalismus, Militarismus, Faschismus oder auch die Namen DDR oder Karl Marx öffentlich auszusprechen.
Den Namen Lenin erst recht!
Auch mit der Darstellung von Tatsachen, aus dem Dritten Reich und dem Zweiten Weltkrieg, aus historisch belegter Sicht, hatte ich so meine Probleme.

Ich hatte das Gefühl, wenn ich es tun würde, als „Unbelehrbarer“ oder als jemand der die Wende verpasst hatte abgestempelt zu werden.
Als jemand, der den Übergang in ein anderes Gesellschaftssystem nicht verkraftet hatte.
Ein ewig gestriger!
Der mit scheinbar überholten Ansichten, aus längst vergangener kommunistischer oder sozialistischer Zeit, versucht sich den einzig wahren Lehren der neuen Geschichtsschreibung und Gesellschaftsordnung, ihrer selbst ernannten Experten und ihres Medienapparates kontrahent entgegenzustellen.

Dann hatten wir im gemeinsamen einheitlichen Deutschland die erste Krise 2002/03.
Schon ein paar Jahre nach der Wende!
Dabei stand das riesige Potential des gesamten Ostblocks für die nach Absatz und Profit gierende kapitalistische Wirtschaft zur Verfügung!
Die nächste Krise war 2008/09 und momentan sind wir wieder auf dem Weg in die nächste.
Alle Krisen gingen stets zu Lasten von Sozialabbau, Steuergeldern und der Masse der Bevölkerung!

Zudem begann etwa zu dieser Zeit, das globale strategisch aggressive Agieren der US-Administration(en) und einiger westlicher Industriestaaten sowie Israels, das sich kontinuierlich weiter erhärtete!

Das war nicht das, was ich mir nach der Wende vorgestellt hatte.
Es war aber genau das, was mir über den Kapitalismus in der DDR gelehrt wurde!

All diese Vorgänge machten mich nicht nur stutzig sondern auch hellhörig und ich besann mich auf die alten Lehren des einstigen Wirtschafts- und Geschichtsunterrichtes.
Also auch auf die wissenschaftlichen Lehren von Karl Marx – „Das Kapital“ und nicht, wie es einige Zeitgenossen 2008/09 getan haben, auf die Prophezeiungen des Nostradamus.
Sie werden es nicht glauben, aber auch dieses Buch entwickelte sich während dieser Krise zum Bestseller.
Manche Menschen glauben eben eher ans Okkulte als an die wissenschaftlichen Lehren von Karl Marx, weil die ja eben von Karl Marx sind!

Schließlich tat ich es jedenfalls!
Sprach bei allen möglichen sich ergebenden Möglichkeiten Menschen an.
Schrieb über meine Begegnungen und Diskussionsthemen und war überrascht wie viele meiner Gesprächspartner ähnlicher Meinung waren wie ich.
Sie glichen sich nicht immer aber lagen auch gar nicht so weit auseinander!
Das erfreuliche war, meine Gesprächspartner kamen sowohl aus dem Osten, wie auch aus dem Westen.
Und nicht nur das, viele waren auch Migranten oder Touristen aus dem Ausland.

Dennoch muss ich zugeben, dass auch einige Gesprächspartner sich voll und ganz mit den Meinungen des Medienalltags identifizieren.
ARD, ZDF und Co. a la wandelnder Bürgerstimme.
Sie verinnerlichen die offerierten Medienmeinungen ungeprüft und geben sie so auch, mehr oder weniger argumentierend als die ihren wieder.
Kurzum, sie haben sich von Politik und Medien zu „lammfrommen“ und hörigen Bundesbürgern formen lassen.

Grunderkenntnis!
Kerngedanke und praktische Erfahrungen zum Aufbau einer alternativen Gesellschaftsordnung wurden, mit der Euphorie der Wendezeit, praktisch weggespült und landeten im Schredder der Vergangenheit oder den Ablagefächern staubintensiver Archive.
Über das historisch gewachsene Wissen aus der sozialistischen DDR-Gesellschaft, politischer, sozialer, gesellschaftlicher und ökomischer Natur, legte sich der Schleier des Vergessens.
Konkreter, wurde der Schleier des Vergessens gelegt und durch Neuinterpretationen von Politik und Medien ersetzt!
Sie taten bisher alles dafür, bis auf wenige Ausnahmen, dass sich dieser Schleier weiter verdichtet und möglichst auch nicht wieder gelüftet werden wird.

Eine von der Masse der DDR-Bürger getragene Annexion, bei gleichzeitiger Entwurzelung der Annektierten und Umerziehung zu „volksamen Bundesbürgern“.
Nur scheint es mit der Umerziehung nicht so zu klappen, weil die ehemaligen DDR-Bürger es gewohnt waren politisch zu denken.

Warum Annexion?
Weil die Eingliederung der Krim in die Russische Förderation von den Westmächten offiziell auch als Annexion bezeichnet wird.
Die Mehrheit der Krim-Bevölkerung war jedoch für den Beitritt zur Russischen Förderation und ist es heute noch!
Geauso wie einst die Bevölkerung der DDR!
Nur mit dem Unterschied, dass im Beitrittfall der DDR nicht von Annexion gesprochen wird!

Wäre noch hervorzuheben, dass beide Beitrittsfälle dem Völkerrecht entsprechen.
Was die westliche Politik und Medienpropaganda anscheinend nicht wahrhaben möchte!
Dennoch gilt – Gleiches Recht für Alle, oder wurde dieser Gleichheitssatz von den USA zwischenzeitlich abgeschafft oder ihren aggressiven Strategien angepasst?

Die Krim wurde nicht annektiert!

Während und auch noch eine gewisse Zeit nach der Rezession 2008/09 begannen westliche Wirtschaftler und Wissenschaftler sich wieder mit den Lehren von Karl Marx zu beschäftigen.
Das „Kapital“ wurde praktisch wieder zum Bestseller!
Ein paar Diskussionen darüber wurden sogar öffentlich geführt!
Dann jedoch immer wieder mit dem Grundtenor, dass es keine wissenschaftlichen Lehren wären.
Dennoch reflektieren sie genau die die Merkmale, die einer kapitistischen Wirtschaftsgesellschaft eigen sind!

Ich denke bei der nächsten Rezession werden sie es wieder tun!
Im „Kapital“ lesen.
Sie werden es in Krisensituationen immer wieder tun!
Ob sie sich sich jemals eingestehen werden, dass diese Lehren, von Karl Marx und Friedrich Engels, die Basis für eine wirklich ökologisch funktionierende und vor allem sozialere Wirtschaft  bilden könnten?

Die heutigen, teilweise auch selber ernannten, Wissenschaftsexperten tun alles dafür positive Denkanstöße in Richtung unparteiischer und objektiver Aufarbeitung der DDR-Gesellschaftsordnung von Vorn herein im Keim der Negativität zu ersticken.
Für ihre mittlerweile „abgedroschenen Erkenntnisse“ genießen sie einen besonderen Status und werden hoch bezahlt!
Sie schaffen es einfach nicht, ich glaube es gibt 20.000 Wirtschaftswissenschaftler in unserem Land, einmal über den Tellerrand zu schauen und neue, zukunftsträchtigere, ökonomisch und gesellschaftlich gangbare Wege zu erkunden!

Ich habe im Laufe meiner 30 Jahre Zugehörigkeit zum einheitlichen Deutschland immer wieder festellen müssen, dass das System der DDR eindeutig sozialer ausgerichtet war und praktisch mit unserem heutigen kapitalistischen System nicht zu vergleichen ist.
Auch wenn das immer wieder in der Absicht getan wird, die „hinterwäldlerische Entwicklung“ der DDR aufzuzeigen!

Beide Systeme verfolgten jedoch völlig andere ökonomische und soziale Ziele!
Zudem hatte die DDR völlig andere Ausgangsbedingungen als der westliche Teil Deutschlands!
Deshalb ist es auch nicht möglich wirtschaftliche Aspekte, abgesehen eventuell vom Nationaleinkommen, in eine direkte Beziehung zu stellen oder sie direkt miteinander zu vergleichen.
Ohne die sozialen Aspekte mit zu berücksichtigen, die in der DDR einen dominierenden Platz einnahmen, werden Vergleiche, so wie es in den Medien regelmäßig geschieht, zumeist für die DDR negativ ausfallen.
Zudem reflektieren sie gewissermaßen auch eine gewisse „Siegermentalität“!

Gesellschaft der DDR

Die deutsche Geschichte

Im Sozialismus der DDR ging es stets um das Wohl der gesamten Gesellschaft.
Ich möchte noch anfügen, mit einem Hauptaugenmerk auf die Gleichberechtigung der Frauen in allen Lebensbereichen!
In unserer Gesellschaft geht es vor allem um das Luxuswohl einzelner, dem „bei Laune“ halten der Arbeitnehmer und des Mittelstandes, bei gleichzeitigem Abbau der Sozial- und Lohnleistungen.
Über die Realität der Gleichberechtigung der Frauen, in underer Gesellschaft, möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben!
Es würde den Rahmen und das Anliegens dieses Artikels noch weiter sprengen als es meine einleitenden Worte bereits getan haben.

So viel zu meiner doch etwas vom eigentlichen Thema abweichenden Einleitung!

Im Folgenden möchte ich versuchen gewisse ökonomische Fachbegriffe und Vorgänge zu „entschlüsseln“ und ins allgemeinverständliche Licht zu rücken!

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Quellen: Quelle 1:“RT Deutsch, vom 03.03.2019, Thema: „Das Bruttoinlandsprodukt als ungeeignetes Maß für die Wirtschaftsleistung“, von Hans Dreja und Jorge Friesen. Quelle 2:“Leadership Insiders, vom 26.10.2017″.

Gemäß Wikipedia:
„Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft produziert werden.“

Diese Aussage ist äußerst weit gefasst!
Was zählt denn nun wirklich alles dazu?

Zitat aus Quelle 1:

Welche Wirtschaftsbereiche zur BIP-Berechnung in der EU beitragen, gibt das (harmonisierte) Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen ESVG 2010 vor.
In Bezug auf das ESVG 2010 führt das deutsche Statistische Bundesamt aus, dass das BIP den Wert aller im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen misst und begründet damit, dass wegen der steigenden Anforderungen an die Vergleichbarkeit des BIP die Europäische Kommission spätestens ab September 2014 selbst verbotene Produktionsaktivitäten (z.B. Drogen, Schmuggel und Zwangsprostitution) in das BIP einzubeziehen sind (vgl. Statistisches Bundesamt, Zur Erfassung illegaler Aktivitäten im Bruttoinlandsprodukt, 2014).

Gemäß ESVG 2010 zählt also praktisch wirklich alles dazu.
Sogar Aktivitäten, die gegen das Gesetz verstoßen!
Weiterhin werden verstärkt imaginäre Warenprodukte aus Finanzialisierungen, wie zu den Schattenbanken gehörende finanzielle Zweckgesellschaften, verschiedene Fonds (z. B. Hedgefonds, Private-Equity-Fonds, Geldmarktfonds, Investmentfonds) und Finanzierungsgesellschaften berücksichtigt.

Das BIP weist also alles an Wirtschaftsaktivitäten aus, die auf die eine oder andere Weise Gewinne erwirtschaften!
Es ist keinesfalls ein Maß dafür, was der Staat später an Einnahmen bzw. im Bundesstaatshaushalt einsetzen oder verteilen kann.

Noch etwas ist wichtig zu wissen!

Wirtschaft und Staat waren schon immer, sind aber in unserer Epoche, besonders eng verpflochten.
Der Staat ist praktisch der direkte Interessenvertreter der Wirtschaft!
Karl Marx formulierte es so:„Der Staat ist das Machtinstrument der jeweils herrschenden Klasse!“

Die herrschende Klasse in der DDR waren Arbeiter und Bauern und das wurde zumindest in den Grundsätzen auch so umgesetzt!
Im vereinten Deutschland ist es die Finanzelite bestehend aus vererbtem Besitz, Neureichen, Großunternehmen und Großbanken.
Diese Verpflechtung bedingt, dass trotz teilweiser Privatisierungen, wie bei der Bahn, dem Straßenbau, Energieversorgung, Wasser und Abwasser, vom Staat in den Erhalt und Neubau dieser Infrastrukturen investiert wird.
Der Staat greift zudem in Kriesensituationen finanziell unterstützend ein.

Gewinne, die aus staatlichen Investitionen und sonstigen Bereitstellungen finanzieller Mittel resultieren werden aber komplett privatisiert!

Noch einmal zum Verständnis:
„Es werden auch die Gewinne privatisiert, die aus den staatlichen Zuwendungen, sprich Steuergeldern, resultieren!“

Wir erleben das aktuell in Größenordnungen bei der „Energiewende“, dem Kohleausstieg, der Umstellung auf E-Antriebe, dem Dieselskandal, der Bahn, der Deutschen Post und ähnlichen Dingen.
Die Energiekonzerne werden für den Stillstand von Windrädern in Größenordnungen entschädigt und zugleich werden die Energiepreise immer wieder angehoben!

Strom wird 2019 deutlich teurer

Quelle:“RP.Online vom 13.03.2019, Jahreszahlen 2018, EON steigert Gewinn um 5 %“:

In den Jahren 2014 bis 2016 hatte beispielsweise Eon noch drastische Verluste zu verkraften, weil der Konzern sich aus der Atomenergie verabschiedete und umstrukturiert wurde.
Für das laufende Jahr strebt Eon einen Nettogewinn zwischen 1,4 und 1,6 Milliarden Euro an.

Denke einmal mit staatlicher Hilfe oder?
Das ist nur eins von vielen Beispielen!

Der Staat, also der Steuerzahler zahlt, die Wirtschaftsunternehmen (Konzerne) profitieren und begeistern ihre Anleger, die aber ihrerseits auch zur Kasse gebeten werden.
Auch regelmäßige Preiserhöhungen zählen dazu, wie bei der Deutschen Post, dem Nahverkehr, der Bundesbahn, den Spritpreisen usw.

Wir merken uns!

Der Profit muss immer stimmen!
Dafür dass das für Großunternehmen (auch teilprivatisierte) und Banken funktioniert sorgen der Staat und regelmäßige Preiserhöhungen!

Rundfunkgebühren als Wachstumsmarkt?

Triebkraft dieser Verschmelzung von Staat und Wirtschaft ist letztlich der wissenschaftlich-technische Fortschritt, der mit neuen Entwicklungen und Erfindungen die materielle Produktion global schnell wachsen lässt, wodurch die Vergesellschaftung der Produktion ständig zunimmt.

Vergesellschaftung in dem Sinne, dass der Staat als Investor zum Zwecke der Entwicklung bestimmter Wirtschaftsbereiche auftritt.
Die Gewinne daraus aber überlässt er den Großunternehmen!

Beispielsweise die Umstellung auf alternative Energien, der Kohleausstieg, alternative Antriebe für Autos usw.
Nicht die Konzerne, die sich selber um die Entwicklung ihrer Unternehmen kümmern müssten, also Investoren finden und Kredite beantragen und einsetzen sondern der Staat investiert Steuermittel in diese Unternehmen.
Damit sie anschließend, im Sinne ihrer Aktionäre, problemlos weiter Gewinne schreiben und Dividenden ausschütten können.

Aufgrund dieser Tatsache müssten zumindest Teile des Mittelstandes eigentlich in tiefste Depressionen verfallen!

Damit der Staat das bewältigen kann muss er ständig Geldmittel bereitstellen.
Dabei stößt er aber auch an die Grenzen seiner finanziellen Möglichkeiten!

Unter anderem auch begründet durch die zunehmende und steigende Finanzialisierung im Vergleich zum realen Kapital aus materieller Produktion und schrumpfendem Sozialprodukt.
Sowie den stetig steigenden Ausgaben für nicht produzierenden Bereichen des Staates, wie Verwaltung, Forschung und Rüstung.
Diese Disharmonie trägt in aller Regel irgendwann zur Staatsverschuldung bei!

Unsere Gesellschaft – System mit Zukunft?

„Dennoch – Für die Entwicklung der materiellen Produktion, selbst bei stagnierender oder sogar sinkender Produktion in bestimmten Bereichen, wurde über die letzten Jahrzehnte, abgesehen von globalen Krisenzeiten, stets ein BIP-Wachstum ausgewiesen!“

Das Bruttoinlandprodukt – BIP, das nicht das Geringste über die Mittel aussagt, die dem Staat tatsächlich zur Umverteilung und Ausgabensicherung zur Verfügung stehen.

Dennoch, genau auf dieses BIP beziehen sich unter anderem finanzielle Forderungungen von der NATO und der Eurozone!

Es gibt jedoch einen Wert, der das viel besser und vor allem konkreter ausdrücken könnte!

Das Nationaleinkommen. Aktuell Sozialprodukt genannt!

Sozialprodukt gemäß Wikipedia:
„Die in Geldwert ausgedrückte Gesamtheit aller Güter, die eine Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum gewerbsmäßig herstellt (nach Abzug sämtlicher Vorleistungen).“

Es wird zwar noch in Brutto- und Nettosozialprodukt unterschieden, aber ich denke, dass Sie damit umgehen können.

Tatsächlich kann eine Volkswirtschaft nur das erzeugte Nationaleinkommen/Sozialprodukt (ab sofort Nationaleinkommen genannt) umverteilen.
Grundsätzlich teilt sich deshalb das Nationaleinkommen in einen Akkumulations- und einen Konsumtionsfonds auf.
Der Akkumulationsfonds spielt vor allem in der Erweiterung der Produktion (erweiterte Reproduktion) eine bedeutende Rolle.
Weiterhin wird ein Teil des Akkumulationsfonds in nichtproduzierenden Bereichen wie etwa im Wohnungsbau, im Gesundheitswesen sowie in Kunst und Kultur verwendet.
Der Konsumtionsfonds dient der Befriedigung weiterer materieller und kultureller Bedürfnisse innerhalb der Gesellschaft.

Die Abführung der Steuern an den Staat belastet vor allem die Arbeitnehmer und den Mittelstand!

Auch die zukünftig steigenden Militärausgaben werden aus dem Nationaleinkommen beglichen.
Was aber sicherlich nur sehr wenige wissen, diese Ausgaben werden dem Reproduktionsprozess entzogen.
Zudem müssen sie tendenziell durch Einsparungen in Sozial- oder Bildungsprojekte finanziert werden.

Militärausgaben sind „Gift“ für jede Volkswirtschaft, da sie lediglich Gewinne für die Rüstungsindustrie generieren!

Sozialausgaben, sind sie zu hoch?

Ein aktuelles Beispiel soll die Disharmonie zwischen BIP und Nationaleinkmmen verdeutlichen!
Die NATO fordert von Deutschland Rüstungsausgaben in Höhe von 2 % des nationalen BIP.
Das BIP 2018 in Höhe von 3.388 Mrd. Euro x 2 % = gerundet 68 Mrd. Euro müssen pro Jahr als Rüstungsausgaben bereitgestellt werden.
Der Staatshaushalt/Bundeshaushalt 2018 belief sich auf 343 Mrd. Euro.
Daraus resultiert, dass etwa 20 %, also ein Fünftel des Staatshaushaltes, den Militärausgaben zu Gute kämen!

Ein solcher Betrag in Höhe von etwa 68 Mrd. Euro soll dann natürlich jährlich in die Rüstung fließen!
In welchen Bereichen wird er wohl eingespart werden?

Warum wird das Nationaleinkommen nicht oder nur am Rande publiziert?
Einfach deshalb weil es nicht allzustark wächst!

Hier ein Beispiel aus „grauer Vorzeit“, von dem ich aber auch erst vor ein paar Wochen Kenntnis erhalten habe:

Im Vergleich zu den damals noch existierenden sozialistischen Ländern – der Zeitraum zwischen 1970 und 1980.
Kurz zusammengefasst zeigt sich, dass in diesem Zeitraum die Industrieproduktion der kapitalistischen Länder auf das 1,37-fache gestiegen ist, während sie in den sozialistischen Ländern auf das 1,93-fache wuchs (entsprechende Zahlen können den Jahresstatistiken aus dem Staatsverlag der DDR entnommen werden).

Betrachten wir die Schere zwischen den Gewinnen aus der Finanzialisierung imateriellen Leistungen, wie Dienstleistungen und den tatsächlichen Gewinnen aus materieller Produktion.
Sie verschiebt sich immer weiter in Richtung Finanzialisierung, schlägt sich entsprechend „aufblähend“ im BIP nieder.
Große Teile dieser Gewinne wandern in private Taschen und stehen nicht der Allgemeinheit zur Verfügung!

Was bedeutet Finanzialisierung?
Die Finanzialisierung bedingt relevante Veränderungen in der wirtschaftlichen Ordnung.
Sie beinhaltet den Wandel vom Industrie-Kapitalismus zum Finanz-Kapitalismus bzw. anders ausgedrückt, für die systemverbundenen Ökonomen, dem Wandel von der realen materiellen Produktion in die Finanzwirtschaft.

Zitat Quelle 2:

Dort, wo Finanzialisierung fortschreitet, steigt die Bedeutung der Finanzinstitutionen (z.B. Investmentbanken, Hedgefonds) und ihrer Akteure (z.B. Goldman Sachs, Blackrock) innerhalb der Wirtschaft, ändert sich die Relation zwischen Finanzwirtschaft und Realwirtschaft (zu Ungunsten Letzterer) und gewinnen zumeist finanzielle Motive (z.B. Quartalszahlen) Oberhand gegenüber strategisch-langfristigen oder gar nicht-finanziellen Motiven (z.B. gesellschaftliche Verantwortung).

Die Finanzialisierung ist das nächste Gift für die Entwicklung das Nationaleinkommens und wirkt sich letztlich hemmend auf die Bereitstellung von Sozialleistungen für die Bevölkerung aus.
Diese Profite tragen lediglich zur Erweiterung der Schere zwischen arm und reich bei.

Womit wir bei der längst fälligen Umverteilung dieser Mittel angekommen wären.
Ein Ansatz wäre die Grundsicherung.

Die aber noch lange keine Umverteilung beinhaltet, denn die müsste erst eimal erkämpft werden!

Ausgabenforderungen, die sich auf das BIP beziehen, wie beispielsweise Rüstungsausgaben, schlagen für das Nationaleinkommen und somit auch dem jeweiligen Staatshaushalt verherend zu Buche!!!

Aktuelle Meldung vom 28.03.2019:

Bundesfinanzminister Scholz möchte die EU-Ausgaben von 30 auf 45 Milliarden erhöhen!
Noch vor wenigen Tagen sagte er, die EU-Beiträge der Bundesrepublik würden auf einem Prozent des BIP basieren.
Dies würde aktuell pro Jahr einen Beitrag von 35 Milliarden Euro bedeuten und nicht 45 Milliarden!

Verstehen Sie das?

In der Praxis ist es so, dass in den entwickelten westlichen Industrieländern nicht nur das Wachstum der materiellen Produktion eher gering ist sondern darüber hinaus auch die Rentabilität sinkt.
Das wiederum resultiert aus dem tendenziellen Fall der Profitrate, der für kapitalistische Wirtschaftssysteme gesetzmäßig ist!

Profitrate (Wikipedia):„Ist das Verhältnis des Gewinns zum eingesetzten Kapital!“

Unter dem Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate (Marx: Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate) versteht man ein zentrales marxistisches Theorem, das Karl Marx im 3. Band, 3. Abschnitt, seines Hauptwerks Das Kapital entwickelt hat.
Es sagt aus, dass in der kapitalistischen Wirtschaft gesetzmäßig, also aufgrund von Eigenschaften der kapitalistischen Wirtschaft selbst, eine Tendenz zur Verringerung der Profitrate im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt bestehe.

Von diesem Gesetz zu unterscheiden sind Vorstellungen, dass aufgrund äußerer Umstände die Profitrate tendenziell sinkt, etwa weil Bodenschätze immer knapper werden oder weil die Kapitalproduktivität „natürlicherweise“ abnimmt, etwa gemäß einer neoklassischen Produktionsfunktion.
Nach Marx ist es die Logik des Kapitals selbst, die zu dem Gesetz führt und das sich nicht trotz, sondern wegen des technischen Fortschritts ergibt.

Nicht einfach zu verstehen!
Dennoch mittlerweile sollten unsere hoch dotierten Ökonomen es begriffen haben weil sich die marxschen Lehren, niedergeschrieben im „Kapital“, immer wieder bestätigen!
Das geschah vor mittlerweile etwa 150 Jahre und hat immer noch seine Existenzberechtigung!
Aber dennoch und auch wenn die Wirtschaft und somit wir alle bis zum Hals im „Wirtschaftsdreck“ stecken, diese „Wirtschaftsexperten“ werden weiterhin und eisern das Gegenteil behaupten!

Würde ich eventuell auch tun, wenn ich zur 1 % bis 10 % – Oberschicht gehören würde.
Der Status muss doch erhalten bleiben, oder?

Die Profitrate ist letztlich auch Ausdruck der wachsenden Ausgaben für Produktionsmittel, nämlich aufgrund der steigenden Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.
Siehe wiederum Energiewende, Umstellungen wegen des Klimaschutzes und Co.
Ein Dilemma, das nach Auswegen sucht!

Logischerweise sind Unternehmen selber für ihre Entwicklung und Investitionen verantwortlich.
Der Mittelstand wird mir dahingehend sicher zustimmen.
Anders ist es aber ab einer gewissen Größenordnung ab der der Staat als Geldgeber involviert ist.
Unabhängig davon ob sich sein finanzielles Engagement negativ zu Lasten des Mittelstandes sowie der restlichen Bevölkerung auswirkt.

Beispiele sind derzeit mehr als genug im nicht selten „desaströsen“ Handeln vieler unserer Ministern zu finden.
Dieses Handeln muss nur ins richtige „Lobbylicht“ gerichtet werden!

Ein gerne genutzter Ausweg ist besonders arbeits- und energieintensive sowie umweltschädigende Produktionen bevorzugt in Entwicklungsländer zu verlagern.
Dafür gewähren westlichen Industriestaaten den betroffenen Ländern gern so genannte „Entwicklungshilfen“.

Entwicklungshilfen als Wirtschaftskatalysatoren!

Die Vorteile für die „hilfsbereiten“ westlichen Industriestaaten:
„Förderung des gewünschten staatlichen Kapitalexportes und das Wichtigste, die Expansion des heimischen Kapitals in diese Entwicklungsländer.“

Quelle:“Juramagazin“ – Kapitalexport:

Übertragung von Kapital ins Ausland, Auslandsinvestition zur Erzielung von Monopolprofit mittels ökonomischer Durchdringung und finanzieller Beherrschung fremder Volkswirtschaften sowie zur Durchsetzung politischer Ziele gegenüber den kapitalimportierenden Staaten.
Der Kapitalexport bezweckt im Einzelnen die Eroberung oder Beherrschung von Absatzmärkten, Rohstoffquellen und Kapitalanlagesphären.

Theoretisch, praktisch kurz und prägnant formuliert!

Die Auswirkungen für diejenigen, denen auf diese Weise geholfen wurde oder wird sind zumeist verherend.
Siehe die einstigen Kolonien!
Diese Hilfen greifen zwangsläufig deformierend in die vorhandenen Volkswirtschaften der Entwicklungsländer ein und sind keinesfalls zweckdienlich.

Gleichzeitig erhöhen sie deren Abhängigkeiten stärker noch als unter den früheren, „klassischen“ Kolonialverhältnissen.

Diese Hilfsbereitschaft der westlichen Industriestaaten ermöglicht hohe Gewinne, die aber nicht den Entwicklungsländern zu Gute kommen sondern in die „Geberländer“ transferiert werden.
Ein erheblicher Teil des in den Entwicklungsländern produzierten Nationaleinkommens wird damit abgesaugt.
Dieser würde jedoch in diesen Ländern als Akkumulationsmasse zum Aufbau einer eigenen und unabhängigen Wirtschaft im nationalen Interesse benötigt werden.

Das Lohngefüge in Deutschland stagniert und ist sogar rückläufig!
Stellenabbau ist angesagt!

Akkumulation (Gesellschaft) – Quelle Wikipedia:

Nach Karl Marx hat Akkumulation zwei Seiten: auf der einen Seite immer mehr Kapital in den Händen der Kapitalisten, auf der anderen Seite der Arbeiter immer mehr Elend.
Gerade dies hält aber den Kapitalismus am Laufen, da dadurch die Lohnarbeiter stets ökonomisch gezwungen sind, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu deren Bedingungen verkaufen zu müssen.

Ich denke eindeutiger lässt sich das derzeitige Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht ausdrücken!
Kurzarbeit, 450,– Euro Jobs, Zeitarbeit, Minijobs, befristete Arbeitsverträge, Streichung des Weihnachts-/Urlaubsgeldes sowie getrixte Tarifverhandlungen.

Noch eine aktuelle Nachricht von Quelle:“Watergate.TV, vom 27.03.2019″:

Der Dax-Konzern VW hat 2018 einen Rekordgewinn von 17 Milliarden Euro erzielt.
In den letzten 10 Jahren erzielte der Konzern insgesamt 100 Milliarden Euro Gewinn.
Die Deutsche Post AG hat vergangenes Jahr immerhin 3,2 Milliarden Euro Gewinn eingefahren.
Für 2019 erwartet der Konzern einen Gewinn von 4,2 Milliarden Euro und für das Jahr 2020 satte 4,8 Milliarden Euro.

In der Öffentlichkeit stellt sich die Deutsche Post so schlecht dar, dass sie sogar gezwungen ist das Porto in Größenordnungen 0,20 Euro zu erhöhen!
Bescheidenheit hat eben seinen Preis!

Dennoch sehen sich laut „Handelsblatt“ die Dax-Konzerne dazu genötigt, insgesamt 100.000 Stellen abzubauen, weil die Weltwirtschaft schwächelt.
Steigende Löhne, der digitale Wandel sowie die Umstellung auf E-Mobilität würden Unternehmen zum Sparen zwingen.
Der Fachkräftemangel, der vergangenes Jahr noch so laut bejammert wurde, scheint auf einmal wie weggeblasen.

Deutschland – Exportgewinne in Größenordnungen!
Gleichzeitige Lohnstagnation und Stellenabbau sowie finanzielle Zuwendungen vom Staat.
Legalisierte Preiserhöhungen für steigende Rekordgewinne.

Ein Großteil der Entwicklung der Konzerne ist auf Export und staatliche Unterstützung abgestimmt!
Arbeitskräfte und Lohnzahlungen werden für sie zum Hindernis.
Der Binnenmarkt spielt für sie derzeit eine untergeordnete Rolle!
Was geschieht aber wenn der Exportsektor weiter einbricht?

Oder auch nicht, denn ich erkenne in letzter Zeit verstärkte wirtschaftliche Bemühungen, entgegen dem US-Willen, in Richtung China und auch leichte „Tätscheleien“ mit Russland.
Das könnte weiter über die Runden helfen!
Auch im Nahen Osten sind die Konzerne um Absatzmärkte bemüht.
Probleme mit der chinesischen neuen Seidenstraße?
Auch in Hinblick auf die derzeitige Revolution der Produktivkräfte hinsichtlich künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Digitalisierung der Produktionsprozesse!
Die materielle Produktion, Stütze des Nationaleinkommens wird immer billiger, entwickelt sich zur Massenproduktion und trägt immer weniger zum Staatshaushalt bei.

Wie wird es national weitergehen?
Gibt es eine Partei, die wirklich noch die Interessen der Bevölkerung vertreten kann und wird?
Ich kenne derzeit keine!

Steht unsere Wohlstandsgesellschaft an einem notwendigen Scheidepunkt?
Bemerken diese gefährlichen Veränderungen wirklich wieder nur ein paar Menschen während der Rest desinteressiert wegschaut?

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