Junge Menschen und Politikversagen

Junge Menschen – wie Politik und Medien sie verunsichern, enttäuschen und wütend machen!

(Quelle Stern Neon Redaktion, online veröffentlicht am 28.09.2018, von Wiebke Tomescheit)

Junge Menschen denken auch politisch!

Ihr Artikel führte mir erneut vor Augen wie interessenlos und geringschätzend die Bundespolitik mit unseren jungen Menschen umgeht.

Gerade wenn es um die elementaren Bedürfnisse, Bildung, Förderung und Entwicklung der jungen Menschen geht.

Ich möchte banal ergänzen, dass die jungen Menschen gezielt für den Kommerz unter dem Motto:
„Wer die Jugend hat genießt auch den Profit!“
missbraucht wird!

Sie berichtet über einen Tweet der Twitter-Nutzerin Mille.
Frau Tomescheit verfasste daraufhin, da sie ihr zustimmen musste, ihren eigenen Artikel, den ich im Folgenden kommentieren werde.

Sie teilt mit, dass es für sie selbstverständlich ist zur Wahl zu gehen.
Es wurde ihr von Elternhaus und Schule „eingebläut“, wie sie schreibt, dass die Teilnahme an der Wahl ein Privileg ist!

Während der Wahl aber war sie nicht selten darüber verunsichert, wem sie ihre Stimme geben sollte und entschied sich deshalb jeweils für das ihrere Meinung nach kleinere Übel.

„Die Politik hat mir nie geholfen!“

Ist ihre erste verbale Aussage!
Sie beobachtet in der politischen Landschaft seit Jahren „… absurde und inhaltslose Diskussionen“.
Sie kritisiert weiter in die Länge gezogene praktisch längst von der Zeit überholte Diskussionen über den Begriff Ehe und das Recht der Frauen auf Selbstentscheidung bei Abtreibungen.
Sowie auch hohe Studiengebühren und baufällige Lehrräume mit defektem Mobiliar und Asbestbelastungen.
Sie prangert die unterschiedliche Schulpolitik in den Bundesländern und deren Abhängigkeit von der jeweilig regierenden Landesregierung an.

„Debatten an meiner Lebenswelt vorbei!“

Ich zitiere wörtlich, da ich es nicht besser formulieren könnte:

„Währenddessen wird über Flüchtlinge diskutiert. Während ich gestresst bin von hohen Mieten, befristeten Arbeitsverträgen, Freunden, die immer öfter unter psychischen Krankheiten leiden, dem schwindenden Zusammenhalt der Gesellschaft und so vielen anderen Dingen, sehe ich in den Nachrichten vor allem ein Thema, das weder mich noch irgendjemanden, den ich kenne, im Alltag negativ betrifft. Was soll das?

Und ja, wenn ich mir anschaue, wer da im Bundestag über unser Leben und unsere Zukunft diskutiert und entscheidet, dann sind das keine Menschen, mit denen ich mich identifizieren kann. Es sind zu einem großen Teil alte Männer mit angestaubten Ansichten aus der Vergangenheit. Menschen, die sich weniger mit Fachkenntnis als vielmehr mit einer großen Klappe an die Spitze ihrer Parteien geboxt haben, weil dort fatalerweise die Lauten schneller vorankommen. Menschen, die eher zur Ego- als zur Wählerbefriedigung Politik machen wollen. „

Diese Platitüden machen ihr ebenso Angst wie auch mir und sicherlich noch vielen anderen jungen Menschen und alten Menschen in dieser Bundesrepublik!

„Denn sie wissen nicht was sie tun!“

Sie ist erschüttert über das Handeln der Bundespolitik!
Aussagen von Herrn Seehofer, Herrn Lindner oder Frau Nahles machen ihr Bauchschmerzen.
Aussagen von Frau Merkel oder Herrn Steinmeier hingegen vernimmt sie nicht und vermisst sie total.

„Altherren-Vorwürfe gegen den Nachwuchs!“

Ein Lichtblick sind für sie die Aussagen von Herrn Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos.
Allerdings bedauert sie, dass es noch Jahre dauern wird bis er in den „Mühlen der Machtkämpfe“ eventuell an die SPD-Spitze gelangen könnte.

Ich muss wieder wörtlich zitieren:

„… Mit mehreren anderen Praktikanten saß ich am Rand, als Sigmar Gabriel zu uns herüberkam und fast verschwörerisch sagte, dass es heute ja um ein Thema gehe, dass für uns junge Leute wichtig sei: Ob man mit Inlineskates auf Radwegen fahren dürfe oder nicht. So nett es war, dass er uns beachtete, war ich fassungslos: Das hielten Politiker also für die Themen, die jungen Wählern unter den Nägeln brannten? Ernsthaft?“

„Was soll man denn nun wählen?“

Fragt sie sich, wie viele von uns Wählern auch verzweifelt!
Nicht die AfD, das steht für sie fest!

Sie weiß nicht was sie tun soll!
Hofft auf visionäre Ideen und frischen jungen Wind.

Abschließend stellt sie die Frage ob mehr Engagement und Mut von uns allen endlich den Durchbruch erzielen könnte!

Diese Zeilen geben das Stimmungsbild einer jungen Frau wieder, die sich von der Politik vernachlässigt, ja sogar verlassen fühlt.
1.200 Menschen gefiel ihr Tweet, 270 haben ihn kommentiert.
TV-Dokumentationen in denen junge Menschen befragt wurden zeichnen ein ähnliches Bild.
Besonders junge Menschen fühlen sich von Politik und Medien manipuliert und über Maßen „informiert“.

Gemeint ist damit, die von mir bereits mehrfach angesprochene „Starre im Willen“ seitens der Bundesregierung als auch der Landesregierungen, etwas hinsichtlich der realen Bedürfnisse der Bevölkerung zu unternehmen.

Auf der anderen Seite das nervende „Gedödel“ der Werbung und das übermäßige „Zerquatschen“ und Vermengen wichtiger, unwichtiger sowie nicht selten einseitig dargestellter Nachrichten.

Ich denke was Frau Wiebke Tomescheit in ihrem Artikel mutig angesprochen hat betrifft viele von uns Bundesbürger und sollte uns deshalb für unser zukünftiges politisches Handeln zu denken geben!

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